JOSEF ROSNER

Drohungen durch Staatssekretär Bernd Sibler

heute gegen 9.00 Uhr holte ich unseren Gast - Jürgen Trittin, MdB - in der Lobby eines großen Hotels in Deggendorf ab. Bei dieser Gelegenheit sprang uns von hinten jemand fast an, sagte "ich bin Bernd Sibler, Staatschschekretär im Bayerischen Kultuschministerium" und reichte Herrn Trittin die Hand. Mir gab er sie auch, der Herr Staatssekretär Sibler, seine Hand, und beim Weggehen noch lautstark einen "guten Rat", dessen Wortlaut ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Herr Trittin - MdB, stv. Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag und langjähriger Bundesminister - ist Zeuge:

"Herr Rosner, passen's auf was schrei'm in ihrem Block, sonst gibt's was auf die Nuss !"

Das sagte er nicht im Spaß sondern vollen Ernstes. Jürgen Trittin sah mich fragend an, ich sagte: "Er meint BLog, mein Wahlkampftagebuch, welches ich während der Kommunalwahlen seit Dezember 2007 schreibe". Daraufhin bedankte mich beim Herrn Staatssekretär für den überaus freundlichen Hinweis mit, "keine Sorge, ich pass schon auf mich auf" und beim Hinausgehen wurden mir noch ein paar ganz liebe Sätze hinterher geworfen.

Es interessierte uns nicht, denn wir freuten uns auf einen sonnigen luftigen Frühlingstag, die Fahrt an die Donau zum Staatshaufen, der, wenn es nach dem Willen der Donau-Stauer geht, bald nicht mehr existieren wird, und zum Solarpark nach Plattling, der nicht wegen einer großartigen Leistung der CSU geschaffen wurde, wie in letzter Zeit immer behauptet wird, sondern wegen eines Energie·Einspeise·Gesetzes (EEG), welches die GRÜNEN im Bundestag während der Rot-Grünen Regierung eingebracht und gegen den erklärten Willen und massiven Widerstand der CSU in Bayern durchgesetzt haben.

Wir freuten uns auf die Natur, Herr Sibler musste zurück in seinen Hauptausschuss, der in einem der hoffentlich gut belüfteten Säle im Erdgeschoss des Hotels tagte. Ein großes Buffet war inzwischen in der Eingangshalle aufgebaut, viele, viele Tische und wir fragten uns beide während der Fahrt, wer denn das Essen, die Getränke und die Übernachtungen im Luxushotel bezahlen wird, aber das bekomme ich noch heraus.

Nix fĂĽr ungut !

FAZIT

Da kann mal man sehen, wie die Herren mit uns umspringen, drohen und uns einzuschüchtern versuchen. Wenn so etwas aus dem Munde eines Mitbewerbers um den Gemeinderat käme, vielleicht mit einem Augenzwinkern, hätte ich möglicherweise Verständnis, aber es kam aus dem Munde eines Staatssekretärs, und das nicht einmal unter 4 Augen sondern vor Zeugen! Das sollte uns Normalbürgern, die lediglich die Wahrheit nicht nur sagen sondern auch niederschreiben und satirisch karikieren, schon zu Denken geben !

Erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang noch eine sicherlich "böse Verleumdung",
gehört auf dem Mietrachinger Nockherberg 2008. Ich weiß nicht, ob Herr Swoboda, der eine ausgezeichnete, tiefsinnige und durchaus treffende Rede gehalten hat, dafür bereits "eins auf die Nuss" bekommen hat:

... Herr Staatssekretär, wir wissen nicht, was Sie gegen Herrn Dr.Beckstein in der Hand haben, aber möglicherweise sind Sie auch nur mit dem Dreck auf der Schaufel viereg'rutscht (vorgerutscht, Untertitel für Nicht·Bayern) ...

Quelle: Mietrachinger Nockherberg 2008 · Da'blecker: Hubert Swoboda
(Mietrachinger Nockherberg - CSU-Veranstaltung zum Starkbieranstich in Deggendorf/Mietraching)

Nachtrag · Richtigstellung · Gegendarstellung

erst heute Abend holte ich eine eMail aus einem derzeit sehr selten genutzten Postfach ab, unterzeichnet mit "mfg Bernd Sibler" mit der Bitte um eine Richtigstellung. Da ich die Herkunft dieser eMail zwar hinsichtlich Absender "Hirtreiter, deggendorf(at)csu..." einordnen kann, jedoch nicht weiß, ob tatsächlich Herr Staatssekretär Bernd Sibler der Verfasser dieser Bitte ist, kann ich den Text als Gegendarstellung im Moment noch nicht online stellen. Ich bitte Sie um Verständnis.

1.März 2008 - 15.45 Uhr: Nach Beratungen auf Grünen-Bezirksvortands-Ebene einschl. MdL stelle ich nun hier CSU-wunschgemäß den Inhalt des kompletten unveränderten eMails online, bilden Sie sich bitte sibler-selber Ihre Meinung ("Nuss"-bezogen (sowie hinsichtlich der Rechtschreibung)):

Betreff: Anfrage bezĂĽglich Richtigstellungen

Von: Hirtreiter, CSU Deggendorf [mailto:deggendorf(at)csu-bayern.de]
Gesendet: Freitag, 29. Februar 2008 11:42
An: info(at)rosner-studio.de

Betreff: Anfrage

Sehr geehrter Herr Rosner,

leider bedarf der Darstellung in Ihrem Blog einiger Richtigstellungen:

1. Wenn man zufällig einen ehemaligen Bundesminister in Deggendorf trifft, sagt man Grüß Gott.

2. Ich bin an niemanden von hinten heran gesprungen, sondern bin normal auf Sie beide zugegangen.

3. Ich habe nicht gedroht, sondern nur festgehalten, dass mir die Qualität Ihrer Kommentare "auf die Nuß" gehen. Schließlich war es bisher im Landkreis Degegndorf nicht der Stil zwischen politisch Tätigen, dass man sich als Maßkrughalter oder Kartoffelsäcke bezeichnet.

4. Eine Drohung habe ich also nicht ausgesprochen, sondern den Stil kritisiert. Vielleicht haben Sie sich ob der Situation zwischen Tür und Angel ja auch einfach verhört, kann ja vorkommen.

5. Für eine Berichtigung wäre ich dankbar.

mfg
Bernd Sibler

Staatssekretär Bernd Sibler, zwei Grüne und die Nuss

Zeitungsartikel im Lokalteil der Deggendorfer Zeitung (PNP)

PNP-ARTIKEL vom 03.03.2008

Staatssekretär Bernd Sibler, zwei Grüne und die Nuss
Verbale Auseinandersetzung in Hotelhalle

Deggendorf. Wenige Tage vor der gestrigen Kommunalwahl ist es in einem Deggendorfer Hotel zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen Kultus-Staatssekretär Bernd Sibler (CSU) und dem Landratskandidaten von Bündnis 90/Die Grünen, Josef Rosner, gekommen.
Wie Rosner in seinem Internet-Tagebuch über den eigenen Wahlkampf schreibt, seien er und Ex-Umweltminister Jürgen Trittin, den er zu einer Wahlkampf-Tour durch den Landkreis abholen wollte, plötzlich von „hinten fast angesprungen worden“. Staatssekretär Sibler, der auf der Tagung der Bayerischen Bezirke war, begrüßte Jürgen Trittin und Josef Rosner. Als Sibler dem Landratskandidaten Rosner die Hand gab, soll der Staatssekretär diesem den „guten Rat gegeben haben, Herr Rosner passen’S auf was schrei’m in Ihrem Block, sonst gibt es ’was auf die Nuss.“ Jürgen Trittin sei Zeuge dieser Sibler-Äußerung, teilte Rosner mit.
Ganz anders die Darstellung des Vorfalls von Staatssekretär Sibler. „Für mich ist es ein Gebot der Höflichkeit, zu Politikern anderer Parteien ,Grüß Gott’ zu sagen. Das habe ich auch bei Jürgen Trittin und Josef Rosner gemacht. Als Rosner mitschrieb, da hab’ ich zu ihm gesagt, passen’S auf Herr Rosner, was Sie in ihrem Wahlkampf-Blog schreiben, denn dies geht mir allmählich auf die Nuss - nicht mehr und auch nicht weniger.“
bb (Franz Bergbauer)

zu Staatssekretär Bernd Sibler, zwei Grüne und die Nuss

Klasse Artikel im Politikteil der PNP:
Artikel der PNP vom 3.3.2008

ich wĂĽrde mich an den Kosten fĂĽr eine Packung Kopfschmerztabletten fĂĽr Herrn Silber beteiligen.

Vielleicht verschafft ihm das Linderung.
Statt Pillen sollten dann passenderweise (Erd-)NĂĽsse drin sein.

Gruss Hans

Eins auf die Nuss

Ja, Drohungen kommen grundsätzlich von der CSU..., sie verklagen auch gerne....
Gott sei Dank habe ich im letzten Jahr gelernt, mich von diesen Leuten samt Gefolge nicht einschĂĽchtern zu lassen!

Gerne helfe ich mit, diese Drohungen und Vorgehensweise der CSU ĂĽberall bekanntzumachen!

uff. stark.

irgendwie erinnert mich das schon noch stark an die StrauĂź-Zimmermann-Zeiten, obwohl ich da noch sehr "klein" war.

Eine Androhung von Schlägen unter Zeugen - das darf nicht geheim bleiben.
Auch ...sekretäre können über ihre eigenen Füße stolpern ...

Eins auf die Nuss

Diese Reaktion von Bernd Sibler finde ich wunderbar: Sie zeigt, dass wir - und insbesondere Du - ernst genommen werden.

Ich habe dazu meine einschlägigen Lernerfahrungen vor 15 Jahren gemacht: Ich organisierte für die Jugendorganisation Bund Naturschutz (JBN) eine Veranstaltung mit Politikern an der Donau. Der damalige Landrat Dr. Karl ließ meine schriftliche Terminanfrage kurz und ohne wesentliche Begründung negativ bescheiden. Alle meine daraufhin erfolgten Versuche, einen Termin beim Herrn Landrat zu bekommen, um ihn eventuell umzustimmen, blieben an seiner Sekretärin hängen.

Bis ich es eines Tages gewagt habe, Dr. Karl in einem Leserbrief in der Deggendorfer Zeitung höflich, aber bestimmt und persönlich anzugehen, warum er zum Donauausbau offenbar keinerlei Meinung hätte. Bereits am nächsten Tag rief nun seine Sekretärin mich an und lud mich zu einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Landrat ein.

Als ich mich wenig später mit einem befreundeten JUler darüber unterhalten hatte, meinte der nur lapidar: "Ja klar reagiert Dr. Karl auf so etwas, du warst ja der erste seit Jahren, der öffentlich etwas kritisches über ihn gesagt hat."

Daraus habe ich gelernt, dass die Möchtegerne-Fürsten der CSU regelmäßig und öffentlich eins "auf die Nuss brauchen", um eine Reaktion zu erhalten. Umgekehrt heißt das auch, dass dünnhäutige Antworten belegen, dass du hier gut getroffen hast.