JOSEF ROSNER

Hurrikane, Klimawandel und die USA

Die recht stand- und dauerhafte Weigerung Herrn Bush's das Kyoto-Protokoll zu unterzeichnen und in alter Weltmachtmanier zu sagen "mir san mir", was schert uns die Forderung zur Reduzierung des CO2 - Ausstoßes, könnte auch noch andere Hintergründe haben:

Lange habe ich Wetterkarten in Zusammenhang mit den Hurrikanen und sonstigen Unwettern studiert, welche in den vergangenen Jahren die Küsten der USA heimsuchten und Angst und Schrecken sowie großes Leid und Verwüstungen über das Land brachten.

Bekannt ist seit langem, dass auch der Golfstrom die Entstehung und den Weg dieser Unwetter maßgeblich beeinflusst. Da der Golfstrom im Wesentlichen auch abhängig ist von den Wetterverhältnissen der Arktis -mit derzeit noch riesigen Eisflächen- kam nicht nur ich *) zum Ergebnis, dass, wenn die Polkappen aufgrund der Klimaerwärmung nun langsam abschmelzen, sich auch in Hinsicht Golfstrom so einiges verändern wird. Das im Bereich der Arktis absinkende kalte Wasser fließt gen Süden als Tiefenwasser und bewirkt diese Zirkulation. Gibt es das kalte Wasser nicht mehr in diesen großen Mengen, verlagert sich der Golfstrom und zieht dann nicht mehr so nahe an der Ostküste Amerikas entlang nach Norden, sondern weiter weg von der Küste mitten im Atlantik, bis er irgendwann komplett aufhört.

Möglicherweise bewirkt die Richtungsänderung, dass die Hurrikane einen anderen Weg einschlagen, erst gar nicht mehr die Küste Amerikas erreichen und sich künftig nur noch im Atlantik austoben. (siehe Karte)

Verlauf aller Hurrikane zwischen 1985 und 2005.

Aber vielleicht sind das auch nur völlig abwegige Schlussfolgerungen und Vermutungen, vielleicht gibt es darüber aber bereits nicht veröffentliche Studien, die Herrn Bush vorliegen und ihn so handeln lassen, wie er es im Moment tut. "Für das Wohl Amerikas !" - Anders kann ich es mir nicht erklären.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Wahlsonntag, die OrkanIn EMMA ist durchgezogen und vorbei. Heute Abend nach 18.00 Uhr werden wir sehen, ob es dennoch noch einmal einen kleinen Sturm geben wird, wir hoffen es sehr !

Alles ist sicher, Sie dürfen auch die Häuser wieder verlassen und zur Wahl gehen, denn nicht zur Wahl gehen bedeutet, der Mehrheitspartei Stimmen zu schenken.

*) Der Geophysiker Dr. Christian Haas vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven über das Zusammenspiel der polaren Temperaturen und des Golfstroms bei der arktischen Eisschmelze: „Es gibt saisonale Effekte, die wir noch zu wenig verstehen. Der Wärmeeintrag, der das Eis zum Schmelzen bringt, rührt nicht nur von der sich ändernden Temperatur der Atmosphäre her, sondern auch vom veränderlichen Golfstrom.“ Jüngst habe dessen Geschwindigkeit und Temperatur saisonal etwas zugenommen, was dem arktischen Ozean zusätzliche Wärme bringt. Quantifiziert wurde das bisher aber nicht. Der Forscher findet es problematisch, auf der Basis von noch ungenügenden Wissens Aussagen für die Zukunft abzuleiten: „Alle wollen Vorhersagen, aber wir stehen erst am Anfang.“
Quelle: Welt-Online-Wissen, 25. April 2007