JOSEF ROSNER

Kandidatenwatch

Bayerisches Schulsystem - Lehrer - Donauausbau - Agrarsubventionen - ├ľko-Betriebe

Schulpolitik - Donauausbau - Landwirtschaft

04.09.2008
Frage von
Christian Tremmel
Bitte teilen Sie mir Ihre Meinung zu folgenden Themen mit:
Bayerisches Schulsystem
Arbeitsbelastung und Besoldung der Lehrkr├Ąfte
Donauausbau
Agrarsubventionen (insbesondere f├╝r ├ľkobetriebe)
04.09.2008
Antwort von
Josef Rosner
Sehr geehrter Herr Tremmel,

danke f├╝r Ihre Anfrage zu verschiedenen Themen...

Ihre kurzen Schlagworte erfordern eine kurze Antwort:
1. Bayerisches Schulsystem -> bescheiden! -> muss ver├Ąndert werden!
2. Arbeitsbelastung und Besoldung der Lehrkr├Ąfte -> der eine sagt so, der andere so!
3. Donauausbau -> nicht mit uns!
4. Agrarsubventionen -> konventionelle Betriebe erhalten viel zu viel!
5. Agrarsubventionen f├╝r ├ľkobetriebe -> viel zu wenig!!

herzliche Gr├╝├če
Josef Rosner ÔÇó www.Josef-Rosner.de

Nachtrag zu 1.

Mir liegt sehr viel an der Schulbildung: Die Schulpolitik des Freistaates hat uns relativ viele Neuerungen gebracht. Diese stellen unsere Sch├╝ler und Sch├╝lerinnen vor eine viel zu fr├╝he Auslese (bereits in der 4.Klasse der Grundschule) und bringen sehr hohe Anforderungen in fr├╝hester Kindheit: G8, R6, Lehrermangel, viel zu gro├če Klassenst├Ąrken und die drohende Schlie├čung von Hauptschulen, wenn Klassenst├Ąrken unterschritten werden. Deshalb setze ich mich ein f├╝r eine l├Ąngere gemeinsame Schulzeit, kleinere Klassen und die Erhaltung der Schule auf dem Dorf.

Bildung ist Zukunft und der Zugang zu Bildung ein wichtiger Standortfaktor. Ganztagsschulen f├╝r jede Schulart - zeitnah mit dem ├ľPNV erreichbar - f├╝hren im gesamten niederbayerischen Raum zu mehr Chancengleichheit und besserer Bildung.

Nachtrag zu 2.

Gerade in Hauptschulen sind viele Lehrer ├╝berbelastet, weil sie haupts├Ąchlich Erziehungsaufgaben mit bew├Ąltigen m├╝ssen und viel zu wenig Unterst├╝tzung durch Schulpsychologen bzw. Sozialarbeitern erhalten. Deshalb m├╝ssen ganz dringend mehr Schulpsychologen und Sozialarbeiter an Schulen angestellt werden, um wirkungsvolle Konzepte zur Gewaltpr├Ąvention zu entwerfen und umzusetzen.
Zur Besoldung, wer bekommt in welcher Position wie viel fehlt mir leider der Einblick, aber ich denke als verbeamteter Lehrer steht man nicht so schlecht da im Vergleich zu normalen Arbeitern oder selbst├Ąndigen Architekten wie mich. Denn sie "erwirtschaften" sich innerhalb k├╝rzester Zeit Anspruch auf eine gute Pension weit ├╝ber den Rentens├Ątzen.

Nachtrag zu 3.

Die Heimat muss bewahrt und die Donau gerettet werden, denn die Natur und die Landschaft in der Region sind das Grundkapital f├╝r eine nachhaltige Entwicklung. Die Natur zu sch├╝tzen, die Landschaft zu pflegen und die Donau als freien Fluss zu bewahren sind wichtige Aufgaben, um die Region lebenswert und als attraktives Ferienziel zu erhalten.
Die Donau muss als freiflie├čender Fluss - v├Âllig ohne Staustufe(n) - erhalten bleiben und ├╝berall f├╝r die Bev├Âlkerung frei zug├Ąnglich sein!

Die CSU will mit RMD und E.ON im Schlepptau mit einem Monsterbauwerk unsere Landschaft und damit unsere Lebensader zerst├Âren. Seit etwas ├╝ber 11 Jahren wohne, lebe und arbeite ich hier; als Oberfranke ├╝ber Oberbayern zugewandert ist diese Gegend zu unserer Heimat geworden, welche ich mit Haut und Haaren sch├╝tzen werde und damit unseren Lebensraum und den vieler Pflanzen- und Tierarten nachhaltig sichern will!

Nachtrag zu 4./5.

Als Bio-Landwirt bewirtschaften wir etwa 4 ha - Gr├╝nland, Streuobstwiesen, Gem├╝se und Beeren und Honig - Im letzten Jahr hatte ich wieder einmal den j├Ąhrlichen Antrag auf Subventionen auszuf├╝llen, Cross Compliance hei├čt dieser Antrag neuerdings, und dann noch den Mehrfachantrag, dessen Wort sich mir nicht einmal erschlie├čt. Ich f├╝llte NICHTS aus und erhielt einen Anruf vom Chef des LWA-DEG, sinngem├Ą├č ├╝bersetzt: ich m├╝sse sofort ausf├╝llen und ich sollte doch nicht so d... sein, auf so gutes (Erg├Ąnzung meinerseits: "leicht verdientes") Geld verzichten! Ich f├╝llte trotzdem nichts aus, verzichtete auf etwa 1.500 Euro und bin auch gl├╝cklich.

Meiner Meinung nach wird die ├ľkolandwirtschaft viel zu wenig unterst├╝tzt und gleichzeitig werden Antr├Ąge mit viel zu lautmalerischen Forderungen abgelehnt. Wir bekamen z.B. keine F├Ârderung, als wir unsere Streuobstwiese mit Uralten vom Aussterben bedrohten Obstsorten bepflanzen wollten - kenne er nicht, st├╝nden nicht auf seiner Liste - nix gibtÔÇÖs. So etwas DARF NICHT SEIN!

Wir fordern eine gerechtere Verteilung der Zusch├╝sse, Nachhaltigkeit, Fruchtfolge (wirksame Methode gegen Maiswurzelbohrer) und gentechnikfreies Saatgut geh├Âren st├Ąrker gef├Ârdert und nicht alleine das Vorhandensein von 200 ha zugepachtete Fl├Ąche => bis zu 140.000 Euro (300-700 Euro/ha f├╝r Ackerland. beziehungsweise 300 Euro/ha f├╝r Gr├╝nland).

noch einmal viele Gr├╝├če
Josef Rosner

GMO-S├Ąttigungsmittel in Lebensmitteln

Gesundheit und Verbraucherschutz

02.09.2008
Frage von
max hendlmeier
Was unternehmen Sie um alle verbraucher vor GMO-"s├Ąttigungsmittel" (Lebensmittel) zu sch├╝tzen?
02.09.2008
Antwort von
Josef Rosner
Lieber Max (gen.Senf),

wie Du weisst, bin ich wie Du auf fast allen DEMOs gegen die AGRO-Gentechnik in Wallerdorf vertreten. Am letzten Sonntag haben wir Gr├╝ne zus├Ątzlich auf die Gefahren f├╝r die Bienen und die nicht m├Âgliche Koexistenz von genmanipulierten Pflanzen und ├Âkologischer Landwirtschaft und Imker hingewiesen. GMOs sollen nun immer mehr auch in Lebensmitteln "nahezu schleichend" auf den Markt kommen.

Wir Gr├╝ne werden auf Bundesebene daf├╝r k├Ąmpfen, dass gentechnisch ver├Ąnderte Organismen in Lebens- und Futtermitteln generell verboten werden, wenn es sein muss auch mit einem langfristigen Einfuhrverbot, wie es bereits in ├ľsterreich gehandhabt wird. Eine Kennzeichnungspflicht alleine ist zu wenig!

Ich weiss, dass die CSU mit Herrn Seehofer an der Spitze des Landwirtschaftsministeriums und auch die CDU diesbez├╝glich gro├če ANGST vor Klagen vor dem Europ├Ąischen Gerichtshof hat und deshalb alles, was aus Amerika kommt, einfach zustimmend abnickt - aber so einfach l├Ąuft das nicht, nicht mit uns Gr├╝nen !

herzliche Gr├╝├če
Josef Rosner

Kindergarten und Geb├╝hren

Familie und Generationen

03.09.2008
Frage von
Carola Fr├╝chtl
Sehr geehrter Herr Rosner,

ich pers├Ânlich finde es ungerecht, da├č f├╝r die Inanspruchnahme eines Kindergartens meines Erachtens eindeutig zu viel Geb├╝hren verlangt werden. Im Landkreis Deggendorf d├╝rften sich die Geb├╝hren zwischen 44 Euro und 110 Euro bewegen. Ich meine, wenn man ein Kind hat, braucht man sowieso jeden Cent. D. h. vor allem auch f├╝r Alleinerziehende, da├č man so bald wie m├Âglich nach der Geburt wieder zur Arbeit gehen mu├č. Um aber arbeiten zu gehen, mu├č man ja sein Kind w├Ąhrend der Arbeitszeit irgendwo unterbringen. Und wenn man nicht gerade eine Oma oder einen Opa hat, die das Enkelkind aufpassen k├Ânnen, mu├č man ja fast einen Kindergarten in Anspruch nehmen. Was sagen Sie zu diesem Thema? F├╝r Ihre Antwort bereits im Voraus besten Dank!

04.09.2008
Antwort von
Josef Rosner

Sehr geehrte Frau Fr├╝chtl,

vielen Dank f├╝r Ihre Anfrage zum Thema Kindergartengeb├╝hren.

Auch wir waren in der Situation wie Sie, keine Oma und keinen Opa in der N├Ąhe, um unsere Tochter in liebevolle H├Ąnde abgeben zu k├Ânnen. Die Forderung der Gr├╝nen nach Ganztagesbetreuung in Kindertagesst├Ątten und Kinderg├Ąrten und die Forderung nach bezahlbaren Geb├╝hren und sogar dem f├╝r Eltern kostenfreien letzten Kindergartenjahr, wie es in Berlin und den Bundesl├Ąndern Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen und Niedersachsen bereits der Fall ist, gibt es schon lange unter dem Thema: Fr├╝he F├Ârderung f├╝r alle Kinder!

Vor allem in diesem letzten Jahr sollen den Kindern viel mehr Grundlagen f├╝r die Schule vermittelt werden, auch was die Spracherziehung angeht, denn in weiten Teilen Bayerns haben wir eine weitaus gr├Â├čere Problematik mit Migrantenkindern als hier im l├Ąndlichen Raum. Mit bezahlbaren oder sogar kostenfreien Kinderg├Ąrten und Kindertagesst├Ątten k├Ânnten wir nicht nur Alleinerziehenden vieles erleichtern sondern auch das Bildungssystem voranbringen, weil Kinder in jungen Jahren bereits spielerisch in vorschulischen Bildungseinrichtung gezielt gef├Ârdert werden, denn diese Einrichtungen leisten einen elementaren Anteil bei der Erziehung, bei der Vorsorge und bei der Integration von Kindern.

Nat├╝rlich brauchen wir f├╝r diese Betreuung mehr Kinderg├ĄrtnerInnen und zus├Ątzliche gut ausgebildete Betreuer, nat├╝rlich kostet das dem Staat Geld und nat├╝rlich m├╝ssen diese Forderungen finanziert werden. Aber wenn ich betrachte, dass alleine die "Sitzenbleiber", wenn ich dieses Wort wertfrei benutzten darf, dem Freistaat Bayern J├äHRLICH ├╝ber 200 Millionen Euro kosten, f├Ąnde ich diesen Betrag besser in die Fr├╝hausbildung und Fr├╝herziehung investiert.

Hier h├Ątte die Bayerische Staatsregierung unter der F├╝hrung der CSU wirklich beweisen k├Ânnen, wie ernst sie es mit ihren sch├Ânen Reden ├╝ber "Kinder- und Familienfreundlichkeit" meint.

herzliche Gr├╝├če
Josef Rosner - www.Josef-Rosner.de

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